Wenn mich jemand fragt, warum ich Caterer geworden bin, erzähle ich keine Geschichte von einem großen Businessplan.
Es war eher eine Kette aus Momenten: ein Weber-Grill, viele verbrannte Anfänge, neugierige Abende am Feuer – und irgendwann die Erkenntnis, dass gutes Essen mehr kann, als einfach nur satt machen.
2003: Ein Weber-Grill und viele verbrannte Anfänge
Angefangen hat alles 2003 mit meinem ersten Weber-Grill. Nichts Spektakuläres – aber ab da wurde aus fast jedem Wochenende ein Grillwochenende.
Ich wollte verstehen, warum Fleisch mal zäh und mal butterzart wird. Warum Glut nicht gleich Glut ist. Warum die einfachsten Dinge oft die schwersten sind. Und warum man aus Fehlern am Grill manchmal mehr lernt als aus jedem Rezept.
2010: Die erste Feier – 30 Gäste und feuchte Hände
2010 habe ich zum ersten Mal für eine richtige Feier gegrillt: 30 Gäste.
Ich weiß noch genau, wie viel Respekt ich davor hatte. Für Freunde zu kochen ist eine Sache. Aber 30 hungrige Menschen, die pünktlich essen möchten, sind etwas anderes.
Es hat funktioniert. Und es hat mir gezeigt, dass mir genau diese Mischung liegt: Handwerk, Feuer, Timing und ein bisschen Druck.
2013: Hundert Gäste – und die Erkenntnis
Drei Jahre später stand ich zum ersten Mal vor hundert Gästen.
Spätestens da war klar: Das ist kein normales Hobby mehr. 2015 habe ich Holy Smoke Barbecue gegründet – mit dem Anspruch, dass Catering nicht nach Großküche schmecken muss.
Was meine Reisen damit zu tun haben
Die besten Ideen für unsere Speisekarte finde ich selten in Kochbüchern. Meistens finde ich sie unterwegs.
In einem österreichischen Gasthaus habe ich einmal ein Salatdressing gegessen, das mich nicht mehr losgelassen hat. Ich habe drei Jahre lang daran getüftelt, nachgefragt, ausprobiert und wieder verworfen – bis es irgendwann so war, dass es heute mit meiner Handschrift auf unserer Karte steht.
In Portugal bin ich über brasilianisches Farofa gestolpert. Kurze Zeit später wurde daraus ein eigener Bestandteil unseres Menüs – angepasst, verfeinert und so lange getestet, bis es zu uns gepasst hat.
So entsteht bei uns fast alles: Ein Geschmack bleibt hängen. Dann wird er zerlegt, neu gebaut, getestet – und erst auf die Karte genommen, wenn er sitzt.
Warum ich beim Handwerk geblieben bin
Bis heute arbeite ich mit Zutaten, hinter denen ich stehen kann: vom schwäbisch-hällischen Landschwein bis zum Hohenloher Weiderind, vieles davon direkt von regionalen Erzeugern.
Unser Pulled Pork verbringt 18 Stunden im Smoker. Unsere Saucen werden eingekocht statt eingekauft. Unsere Rezepte entstehen nicht am Schreibtisch, sondern am Grill, im Topf und manchmal auch auf Reisen.
Das dauert länger. Es kostet mehr Mühe. Aber genau das ist der Grund, warum ich das hier mache: Essen, das eine Geschichte hat, schmeckt anders.
Wenn ihr das mal probieren wollt – meldet euch. Oder lest weiter, wer hier eigentlich grillt.
